Wer ist Father Reginald? „Sein Weg nach Deutschland – ein Herzenswunsch“
Reginald Chinonso Uzoho, ist ein in1982 geborener katholischer Priester aus Nigeria.
Seit 2019 ist er in Deutschland und seit 2020 ist er in unserer Pfarreiengemeinschaft Barbing-Sarching-Illkofen als nebenamtlicher Pfarrvikar eingesetzt. Er hält Gottesdienste, ist in der Seelsorge engagiert, besucht Kranke zuhause oder im Krankenhaus und bereichert uns mit Freude und seinem heiteren Gemüt. Er promoviert zudem an der Universität Regensburg.
Durch viele Erzählungen von Father Reginald haben wir erfahren, unter welchen Bedingungen die Menschen in seinem Heimatland leben müssen. Das hat uns motiviert, gemeinsam mit ihm ein Projekt auf die Beine zu stellen.
Sicherlich haben wir in Deutschland Priestermangel, aber Father Reginald ist nicht deswegen nach Deutschland gekommen.
Der Wunsch nach Deutschland zu gehen, beruht auf tiefster Dankbarkeit gegenüber einer bayerischen Familie, die sein Leben gerettet hat.
Aufgewachsen in ärmlichsten Verhältnissen, wo Hunger an der Tagesordnung stand, musste er schon als Siebenjähriger jeden Tag barfuß 30 km barfuß gehen, um mit seiner zwei Jahre älteren Schwester Clementina Gemüse zu verkaufen. Clementina war seine beste Freundin und Beschützerin. Leider starb sie mit 11 Jahren an den Folgen der Armut und des Hungers.
Reginald hätte an ihrer Stelle sein können, aber das Schicksal nahm eine ganz andere Wendung. So hat ihn der dortige Pfarrer aus der Familie geholt und mit ins Pfarrhaus genommen. Von da an hatte er ein Bett, regelmäßiges Essen, konnte Lesen und Schreiben lernen. Seine Familie sah er leider nur selten, was für ein Kind sicherlich traumatisch ist. Dennoch besteht bis heute ein sehr enges Band in der Familie, zu der noch zwei Schwestern und drei Brüder gehören. Besonders hängt sein Herz an seiner Mutter, deren Lebensunterhalt er bestreitet.
So hat er die katholische Kirche schon als Kind sehr intensiv und als schön erfahren dürfen. Da er ein sehr guter und fleißiger Schüler war, kam er mit 14 Jahren ins bischöfliche Gymnasium, dann mit 22 Jahren ins Priesterseminar, wo er Theologie und Philosophie studierte.
Die ganzen Jahre über – seit er als Neunjähriger ins Pfarrhaus kam – bis er 2014 zum Priester geweiht wurde, wurde er von der ihm unbekannten deutschen Familie unterstützt.
Sicherlich kein leichter Lebensweg, aber gerade das hat ihn zu dem gemacht, der er heute ist. Ein Mensch tief erfüllt von Dankbarkeit, Freude und den Glauben an Gott. Er ist mit Leib und Seele Priester, folgt seiner Berufung und wir haben ihn sehr gerne in unserer Mitte.
Gott ist für ihn Liebe – Nächstenliebe, Selbstliebe, Hoffnung.
Er hat überlebt, weil jemand an ihn geglaubt hat. Heute möchte er anderen helfen.
Das ist seine Lebensaufgabe – weitergeben, was ihm zu Teil wurde – hier bei uns und in seiner Heimat Mbano/Nigeria. Dabei unterstützen wir ihn.